Architekturfotografie Frankfurt

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Das vorhandene Licht nutzen und richtig planen

Vorbereitung, LichtPatrick ZasadaComment

In der Architekturfotografie sind wir auf die Nutzung des vorhandenen Lichtes angewiesen. Uns ist es uns nicht möglich aktiv in die Lichtführung Einfluss zu nehmen, allerdings besteht die Möglichkeit das Licht passiv durch unterschiedliche Perspektiven, Blickrichtungen und vor allem durch die zeitliche Planung anzupassen. Dabei spielt Geduld eine große Rolle!

Lichtverhältnisse

Das Wetter stellt ebenfalls einen essentiellen Faktor bezüglich der Lichtstreuung dar. Dabei muss in erster Linie zwischen direktem und indirektem (reflektiertem) Licht differenziert werden. Direktes Licht ist z.B. das Sonnenlicht bei wolkenfreiem Himmel. Reflektiertes Licht hingegen kommt i.d.R. aus einer anderen Richtung. Dies Kann durch glänzende Flächen in der unmittelbaren Umgebung, Wasser, oder Wolken bedingt sein. So kann die Sonne bei Sonnenaufgang Wolken von unten anleuchten, wodurch ein Gebäude indirekt, aufgrund des reflektierten Lichts, von oben beleuchtet wird, obwohl die Sonne aus einer anderen Richtung scheint. Die Wolken lassen sich also als „Reflektor“ einsetzen, Dabei sollte man viel Zeit mitbringen da man abwarten muss bis die Konstellation zufällig passt. Daneben wird zwischen „Hartem“ und „Weichem“ Licht unterschieden. Das direkte Sonnenlicht stellt beispielsweise ein sehr hartes Licht dar, weil die Lichtquelle intensiv und punktförmig ist. Das Ergebnis sind starke Kontraste und harte Schatten. Weiches Licht, wie man es auch von einer Softbox kennt, dominiert bei starker Bewölkung. Wird die Sonne durch die Wolken verdeckt, so bilden Letztere eine gleichmäßig große Lichtquelle. Das Licht kommt nahezu aus allen Richtungen, wodurch Schatten sehr schwach, weich und kaum sichtbar erscheinen. Das Resultat sind zumeist kontrastärmere Bilder mit einer gleichmäßigen Ausleuchtung.

Insbesondere in der Schwarz-Weiß Fotografie sind graue und bewölkte Wetterverhältnisse oft von Vorteil. Wenn Farbfotos flau und kontrastarm wirken, so zeigen SW Bilder hier ihre Stärke. Allerdings hängt auch dies vom persönlichen Stil ab. Ein sehr weiches Licht hat den Vorteil, dass starke Reflektionen vermieden werden.

Neben den Eigenschaften des weichen bzw. harten Lichtes, nimmt die Lichtrichtung eine fundamentale Rolle ein. In der Mittagssonne entstandene Architekturfotografien sind meist nicht besonders ansehnlich. Das Licht kommt direkt von oben, sorgt für harte Schatten und starke Reflektionen. Es kommt zu partiell unter- und überbelichteten Bereichen. Lange, von oben nach unten verlaufende dunkle Schatten verdecken nicht selten interessante Details am Gebäude. Ein von der Seite einfallendes Licht führt hingegen zu schöneren Ergebnissen und einer besseren Ausleuchtung der zur Sonne zugewandten Seite. Ob man mit oder gegen die Sonne fotografiert hängt wieder vom Motiv und vom persönlichen Geschmack ab.

Sonnenstand App

Für die Ermittlung des Sonnenstandes gibt es eine praktische App: Den Dämmerungsrechner von Jekophoto.de. Das praktische an diesem Tool ist, dass man mit dessen Hilfe abschätzen kann, wann es sich lohnt eine bestimmte Lokation zu fotografieren.

Anhand des oberen Beispiels für den Frankfurter Hauptbahnhof ist gezeigt, dass es sich lohnt diesen am 1. Dezember gegen kurz nach acht Uhr morgens zu fotografieren. Hierzu klickt man unten in der Tabelle einfach auf das gewünschte Datum, um die Linien zu aktualisieren. Dabei wird ersichtlich, dass die Sonne im Südosten aufgeht und die Frontseite des Bahnhofs seitlich angeleuchtet wird. Abends hingegen geht die Sonne im Südwesten unter, während die Frontseite des Bahnhofs im Schatten stehen wird. Neben den natürlichen Lichtquellen gibt es noch künstliche Lichtquellen, auf welche man keinen direkten Einfluss hat. Daher lohnt es sich einen Ort zu unterschiedlichen Tageszeiten zu besuchen. Besonders eindrucksvolle Skylinefotos lassen sich insbesondere nach Sonnenuntergang, während der blauen Stunde, erstellen. Dabei empfehle ich unter der Woche zu fotografieren und nicht am Wochenende. Unter der Woche gehen die meisten Menschen arbeiten, daraus resultiert, dass die Beleuchtung in den Bürogebäuden mit hoher Sicherheit eingeschaltet sein wird. Für interessante Lichtverhältnisse ist also die Tageszeit, der Wochentag, das Wetter, die Konstellation der Wolken; also kurz: der richtige Zeitpunkt ausschlaggebend! Zwischen den beiden unteren Bildern liegen gerade einmal 30min…

Vergleich

Jetzt bewegen wir uns zeitlich auf die Blaue Stunde zu. Nachdem wir uns mit der Theorie und Technik, den Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Kameraeinstellungen, der Brennweite und Perspektive, sowie durch die Wahl des Bildausschnittes und dem vorhandenen Licht beschäftigt haben können wir gleich mit der fotografischen Durchführung beginnen.