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Fotobuch von Saal Digital – Erfahrungsbericht

ProduktberatungPatrick ZasadaComment

Vor kurzem hat mich Saal Digital gefragt, ob ich nicht Lust hätte deren Fotobücher zu testen und einen kleinen Erfahrungsbericht dazu zu schreiben. Warum also nicht? Ich habe mir also kurzerhand ein Fotobuch bestellt. Bisher hatte ich bei Saal Digital herkömmliche Fotoabzüge bestellt und diesbezüglich vom Preis-Leistungs-Verhältnis mehr als begeistert. Das Fotobuch von Saal Digital finde ich ebenfalls gut gelungen, allerdings gibt es Punkte an denen man durchaus nachbessern könnte. Doch vielleicht sollte ich im Vorfeld erwähnen zu welchem Zweck ich dieses Fotobuch eingesetzt habe, da meine Kritikpunkte nicht für jeden relevant sind.

Als Trainer nutze ich dieses Fotobuch nun im Rahmen meiner Architekturfotografie Workshops in Frankfurt dazu den Kursteilnehmern Anschauungsmaterial zu zeigen, anhand derer ich den Bildaufbau beispielhaft erläutere. Dadurch dass das Fotobuch also nicht permanent im Bücherregal steht, sondern im Kamerarucksack rumfliegt und überwiegend draußen eingesetzt wird, ist meine Erfahrung nicht absolut repräsentativ.

 

Die Software

Für das Erstellen des Fotobuches ist es notwendig eine Software zu installieren. In diesem Programm lassen sich nun verschiedene Produkte von Saal Digital erstellen und bestellen. Für einmalige Bestellungen, wie z.B. einfache Fotoabzüge, empfinde ich es als etwas umständlich, dass man dafür extra ein Programm installieren muss, da es andere Anbieter gibt bei denen man ähnliche Bestellungen direkt im Webbrowser durchführen kann. Allerdings ist ein solches Programm natürlich viel umfangreicher, angenehmer zu bedienen und man kann wesentlich genauer arbeiten, als dies im Browser der Fall wäre. Für diejenigen die regelmäßig Bilder bestellen, ist eine solche Software auf jeden Fall ein großer Vorteil!

Das Fotobuch gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Man kann es als normales Fotobuch, als extra dickes Fotobuch, als Softcoverversion oder als Fotoheft erhalten. Die Fotobücher sind in verschiedenen Formaten mit unterschiedlichen Seitenzahlen erhältlich. Das Fotoheft besteht im Grunde genommen aus zusammengehefteten Fotoabzügen. Das Softcover ist ein eher dünnes gebundenes Buch mit mattem Cover; die Innenseiten sind als matte oder glänzende Ausführung erhältlich. Beim herkömmlichen, sowie extra dicken Fotobuch gibt es in beiden Fällen mehr Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich der Covergestaltung: Man kann zwischen einem glänzenden, sowie einem matten Cover auswählen, wobei letzteres für dunkle Motive nicht besonders gut geeignet ist. Des Weiteren ist das Cover auch als Lederversion in fünf verschiedenen Farben erhältlich. Mit einer optionalen Wattierung kann man das Cover zusätzlich veredeln.

Da ich ein besonders robustes Fotobuch haben wollte habe ich mich für das Fotobuch XT (extra thick) in 21x28cm mit 10 Seiten und zusätzlicher Wattierung entschieden, sowohl das Cover, als auch die Innenseiten sind glänzend. Normalerweise hätte dies ca. 40€ gekostet.

 

Das Buch

Der Versand ging wirklich zügig und nach kurzer hatte ich das Fotobuch bereits in den Händen. Was mir erst nach genauerem Hinsehen auffiel, war die Genauigkeit der Verarbeitung. Der Bildrand wich um ca. ± 3mm von dem ab, was ich in der Software bei der digitalen Erstellung eingestellt hatte. Für Fotos halte ich diesen Toleranzbereich für in Ordnung, allerdings könnte dies bei Fotokollagen mit einem schmalen Abstand zum Bildrand auffallen. Na gut, das ist aber schon Meckern auf hohem Niveau…

Im Fotobuch (links) sind im linken unteren Gebäuden drei Fensterreihen zu sehen. Gemäß der Software (rechts) befinden sich nur zwei Fensterreihen im Bild, das dritte Fenster hätte außerhalb des Bildausschnittes liegen müssen.

Im Fotobuch (links) sind im linken unteren Gebäuden drei Fensterreihen zu sehen. Gemäß der Software (rechts) befinden sich nur zwei Fensterreihen im Bild, das dritte Fenster hätte außerhalb des Bildausschnittes liegen müssen.

Die extra dicken Seiten kommen im Fotobuch dadurch zustande, dass die Fotoabzüge auf eine Schicht aus Pappe aufgetragen werden. Dadurch fallen die Seiten schon sehr dick aus, was nicht weiter schlimm ist, da ich ein besonders robustes Buch haben wollte und das auch entsprechend bestellt habe. Allerdings sind die Seiten für meinen Geschmack etwas zu steif. Das kommt wahrscheinlich daher, da diese auf Pappe geklebt sind. Ich würde mir hingegen etwas elastischere Seiten wünschen, möglicherweise könnte man das Problem darin lösen, dass man statt Pappkarton ein Trägermaterial aus Kunststoff nähme. Im Großen und Ganzen ist das Buch aber bestens verarbeitet und sieht sehr wertig aus. Trotz der Punkte die man weiterhin ausbessern könnte ist mir bisher kein anderer Anbieter bekannt, der es Saal Digital qualitativ überbieten könnte.

 

Was mir nicht gefallen hat

In der Mitte des Buches hatte ich ein Bild über beide Seiten gelegt, dabei ist mir aufgefallen, dass an der Knickstelle ein schmaler weißer Rand entsteht. Allerdings haben alle anderen Hersteller dasselbe Problem, daher ist das kein Negativpunkt, welchen ich ausschließlich Saal Digital zusprechen würde. Ärgerlich ist es trotzdem, auch wenn man schon genauer hingucken muss um den Fehler zu sehen.

Ein etwas größerer Nachteil ist in meinen Augen die Feuchtebeständigkeit. Und nein, ich war mit dem Fotobuch nicht duschen. Mir ist klar, dass dieses Fotobuch nicht für den Außeneinsatz konzipiert ist und man es daher trocken halten sollte. Auch war ich damit während meiner Workshop nicht im Regen unterwegs. Allerdings war das Wetter etwas grau und während ich vor meiner Gruppe ein Beispielbild erläuterte kam von oben ein Tropfen herunter. Nur ein einziger kleiner Tropfen, sonst nichts. Ich wisch diesen mit der Hand weg und legte das Buch beiseite. Die minimale Restfeuchte sorgte dafür, dass zwei Seiten zusammenklebten. Beim Öffnen des Buches löste sich das Fotopapier vom Pappkarton auf einer 1 cm2 kleinen Fläche und eine Delle war zu sehen. Auch wenn das Buch logischerweise nicht wasserfest ist, darf so etwas bei einem Tröpfchen, welches so klein war, dass man es kaum erkennen konnte, nicht passieren. Meiner Meinung nach passiert es viel zu schnell, dass die glatten Seiten aneinander klebenbleiben. Einige meiner Kursteilnehmer haben ebenfalls von diesem Problem berichtet. Angeblich passiert das aber nur bei den glänzenden Seiten, bei mattem Fotopapier soll das nicht vorkommen, getestet habe ich dies aber nicht. Durch eine stärkere Bindung vom Fotopapier zum Trägermaterial und/oder durch eine oberflächliche Beschichtung des Fotopapiers könnte und sollte man an dieser Stelle nachbessern.

 

Was mir sehr gut gefallen hat

Die Verarbeitung sieht insgesamt sehr gut aus und das Fotobuch fühlt sich wertig an. Die Bildqualität lässt keine Wünsche offen. Die Bilder sehen sehr sauber aus und die Farben kommen super rüber!

 

Fazit

Ich kann dieses Fotobuch weiterempfehlen! Klar gibt es einige Macken und man könnte an der ein oder anderen Stelle nachbessern, aber dies sind Kritikpunkte auf hohem Niveau. Mit 40€ bewegt sich Saal Digital im mittleren Preissegment. Die Übersichtlichkeit und Bedienung der Software hat mich überzeugt. Auch der Versand lief schnell ab. Die Bildqualität und Verarbeitung sind erstklassig. Für den normalen Gebrauch in den eigenen vier Wänden kann ich dieses Fotobuch wärmstens empfehlen. Als Portfolio für Fotografen halte ich zumindest die Variante mit den glänzenden Fotoseiten nicht für die beste Option. Beim regelmäßigen Transport und starkem Gebrauch ist die Gefahr des Zusammenklebens von Seiten und somit von Beschädigungen zu groß. Die matte Variante könnte dafür besser geeignet sein, ob diese Einschätzung meinerseits zutrifft werde ich zukünftig noch testen.