Architekturfotografie Frankfurt

Ihr Dienstleister im Bereich der Immobilienfotografie

Richtig Blitzen mit Farbfolien - Auszug aus dem Buch

Fotografie, ProduktberatungPatrick ZasadaComment

Hier soll es jetzt nicht um die verschiedenen Blitztechniken gehen, welche man in Kombination mit entfesselten Funksystemen und diversen Lichtformern erreichen kann. Schließlich würde dies den Umfang des Buches bei weitem sprengen, da diese Techniken eher für die Innenraumfotografie relevant sind und weniger für das Fotografieren der Skyline während der Blauen Stunde.

Nichtsdestotrotz kann man auch beim Fotografieren in der Blauen Stunde in Versuchung kommen den Blitz hinzuzuziehen. Dabei werden wir ein Problem feststellen: Die angeblitzten Objekte sehen alle aus wie mit Photoshop reingeschnitten, komplett unnatürlich…

Das liegt daran, dass die Farbtemperatur des Blitzes nicht der Farbtemperatur des Umgebungslichtes entspricht. Ein normaler Blitz weist typischerweise eine Farbtemperatur um die 5.600K auf. Tageslicht hat ebenfalls eine Farbtemperatur von 5.500-5.700K. Somit lässt sich ein gewöhnlicher Systemblitz tagsüber ohne weiteres benutzen. Zum Sonnenuntergang hin nimmt die Farbtemperatur drastisch ab und wir erhalten ein leicht orange-rötliches Umgebungslicht; in der Blauen Stunde steigt die Farbtemperatur dann wieder schnell auf über 11.000K an und die Umgebung erstrahlt in intensiven Blautönen. Blitzlicht kann sich farblich dadurch nicht in die Umgebung eingliedern.

Ohne Farbfolie geblitzt.

Ohne Farbfolie geblitzt.

Blitz in Kombination mit Farbfolie

Blitz in Kombination mit Farbfolie


Hier gilt es also die Farbtemperatur des Blitzes an das Umgebungslicht anzupassen. Das lässt sich dadurch erreichen, dass man eine durchsichtige Farbfolie vor den Blitz montiert.

Im oberen Beispiel wurde im rechten Bild ein orangener Farbfilter der Firma Lee vor den Blitz gespannt, sodass sich die Farben angleichen und das Bild ein wenig natürlicher wirkt.

Von LEE gibt es für wenig Geld ein Farbfilter Musterheft zu kaufen, dieses findet man unter dem Begriff „Lee Colour Filter Cataloque“, darin sind über Einhundert verschiedene Musterfolien vorhanden, welche leicht zugeschnitten perfekt auf einen Systemblitz passen. Hierfür ist allerdings etwas Bastelarbeit gefragt:

Aus einem alten Joghurtbecherdeckel lässt sich eine wunderbare Halterung für die Lee Folien basteln. Hierfür wurde einfach ein Teil vom Plastikdeckel abgeschnitten und mit Sekundenkleber links und rechts an den Blitzkopf geklebt. Meines Wissens nach gibt es zwar ähnliche Systeme fertig zu kaufen, allerdings bietet nur Lee eine so große Auswahl an Farbfiltern an. Insofern halte ich diese DIY-Variante für das Beste was man derzeit bekommen kann. Selbstverständlich sind nicht alle Filter im Lee Katalog dafür geeignet die Farbtemperatur anzupassen, schließlich ist auch eine ganze Menge an Effektfolien im Sortiment.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht bezüglich des Anwendungsgebietes und der Farbverschiebung. Die entsprechende Foliennummer ist immer mitangegeben:

Lee Filter Tabelle
 

Dies war ein Auszug aus dem Buch "Fotografieren lernen im Dunkeln und zur Blauen Stunde".